Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.
Und erneut beginnt eine Geschichte mit Aviva. Wenn ich mich nicht irre, war eine der ersten Informationen, die wir von ihr bekamen: Samstag-Party-Bier.
Das war also die besagte Geburtstagsfeier am Shabbat. Aviva kam also um
dreiviertel zehn zu unserer Wohnung, sie hatte eine der anderen Madrichim
dabei, die uns zunächst ihre Verletzung am Bein erklären musste (wer setzt sich
bitte zu zweit auf einen Glastisch??) Mit einer Person zu viel im Auto fuhren
wir dann wenigstens nur 1 Minute zum Hostel, damit Laurenz von dort aus mit
Amid, einem der anderen Madrichim, mitfahren konnte. Und er war heil froh, denn
er hatte bei Avivas Fahrstil schon tausend Tode durchlitten. Mehrere
Bodenwellen brachten seinen Kopf ziemlich in Gefahr und letzten Endes landete
ein Hackenschuh aus dem hinteren Bereich des Wagens in seinem Nacken.
Die Fahrt nach Rehovot in die Bar war dann ziemlich ruhig. So aufgetakelt wie
sie waren in ihren kurzen Röckchen zeigten sie uns, nachdem sie unsere flachen
Schuhe ungläubig beäugt hatten, den Weg zur Bar. Nach einiger Zeit, wir saßen draußen,
kamen auch viele Mitarbeiterinnen dazu, die Laurenz‘ Ankunft, schon sehnlichst
erwarteten – endlich nicht mehr nur weibliche Freiwillige(!). Und plötzlich
bekamen wir mit, dass Avivas Begleiterin eine derjenigen war, die Geburtstag
hatte. Typisch Aviva. Sie redet ohne Punkt und Komma, aber das Wichtigste lässt
sie aus.
Der Abend war noch ziemlich unterhaltsam. Es waren sehr viele zukünftige Kollegen
von uns dabei und die Konversationen klappten auch ohne Hebräisch sehr gut. Der
Ohrwurm vom hebräischen ‚hoch sollst du leben‘ ging uns dann lange nicht aus
dem Kopf. Israelis sind eben gerne laut und fröhlich.
Für uns Mädels war der Abend, israelischen Verhältnissen entsprechend, auch
ziemlich günstig. Einmal 35 Shekel für den Zeitraum bis halb zwei. Aber am
nächsten Tag sollte unser erster Arbeitstag sein.
Schließlich ging sich Aviva noch ihrem Outfit entsprechend amüsieren und Amid
fuhr uns zurück, was doch ziemlich beruhigend war.
Am nächsten Morgen, Sonntag/jom rishon/dem ersten Tag
Trudelten wir also bei der Arbeit ein um einfach nur die Info, dass wir
gegen 3 beginnen sollten, zu bekommen. Dabei trafen wir drei andere Volontäre
vom Seminar, die zwischenzeitlich in unserer Einrichtung wohnen werden, weil
sie so schlechte Wohnverhältnisse geboten bekommen hatten. JA, wir haben
wirklich Glück mit unserem Platz!
Die Sozialarbeiterin, Norit, war später der Meinung, wir könnten niemals
Deutsche sein, weil wir zum vereinbarten Treffen etwas zu spät kamen.
Wir konnten dann also unsere erste Schicht beginnen. Es gibt zwei Häuser im
Hostel: lower function and higher functioned Autists. Heute ,arbeiteten‘ (wir
waren ja erst zum Zugucken da) Laurenz
und ich im Haus mit den härteren Fällen und morgen werden wir tauschen. Man
kann am Anfang im Haus mit den schwierigeren Fällen mehr mitmachen, weil man im
anderen Haus viel Sprache braucht, die wir schließlich noch nicht beherrschen. Aber
nicht nur im Umgang mit den Autisten konnten wir heute schon sehr viel helfen,
denn z.B. in der Küche kann man ja nicht
viel falsch machen. In den anderen Bereichen ist es sowieso sehr wichtig, dass
wir erstmal nur dabei sind. Die Friends / Chaverim sind schon noch ziemlich
empfindlich, auch wenn sie so langsam an Mitarbeiterwechsel gewöhnt sind. Aber
beim Pita-Pizza machen konnten wir viel helfen und sowas hat dann auch schon
wirklich Spaß gemacht. Die Erfahrung mit all diesen unterschiedlichen Charakteren
zu machen, ist sowieso schon interessant genug. Ich freu mich schon richtig
drauf, so richtig mitarbeiten zu können und bin erstmal gespannt auf das andere
Haus. Durch die Nachmittagsschicht kann ich ja auch ausschlafen morgen früh. :)
Soweit erstmal ausm Kibbutz
טוב לילה
(leila tov)
Gute Nacht
דורו
Doro
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